1890 bis 2015

125 Jahre Gewerbeverein Arheilgen

Durch die Dampfeisenbahn, die im Jahr 1890 zwischen der großherzoglichen Residenz und ihrem nördlichen Vorort Arheilgen in den Dienst gestellt wurde war es zweifellos für die Arheilger möglich geworden, die Darmstädter Innenstadt, die seither meist nur zu Fuß zu erreichen war, von nun an rasch und bequem zu besuchen und dort einzukaufen. In diesem Zusammenhang  wurde am 1.8.1890 der Gewerbeverein Arheilgen gegründet. Der erste Vorsitzende des Gewerbevereins war der damalige Bürgermeister Peter Benz der 9. Scheinbar gab es schon vor 125 Jahren die Idee mit den neuen Wegen von und nach Arheilgen! Oder hat die Verbesserung der Verkehrsbedingungen zu der Handelsmetropole Frankfurt etwas mit dem damaligen Zusammenschluss zu tun? Im Jahr 1890 wurde die kleine Arheilger Main-Neckar-Bahnstation am abgelegenen Gräfenhäuser Weg an die Weiterstädter Straße verlegt und mit einem ansehnlichen Bahnhofsgebäude ausgestattet. Dadurch war nun auch Frankfurt als Einkaufsstadt für die Arheilger Bevölkerung leichter erreichbar geworden. Oder hat die Arheilger Spar- und Darlehnskasse, so die Vorläufer der Vereinsbank, Darmstädter Volksbank und heute der Darmstädter Volksbank Darmstadt - Südhessen eG, die ebenfalls 1890 gegründet wurde, die organisatorische Voraussetzung für eine Schutzgemeinschaft des Arheilger Handels und Gewerbe geschaffen?

Aufschlussreiche Einblicke in die damalige Wirtschaftslage in Arheilgen ermöglichte uns ein altes Buch aus jener Zeit, das im Darmstädter Stadtarchiv ruht.

Darin sind sämtliche Geschäfte und Handwerksbetriebe, die 1890 in der Gemeinde Arheilgen ansässig waren, in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Erstaunliches kommt beim Lesen der vergilbten Blätter zum Vorschein. So überrascht die große Zahl von Handwerkern, die heute aus dem nördlichen Stadtteil (und nicht nur dort) verschwunden sind.

Wer kennt noch den Beruf des Küfers, den dazumal noch zwei Handwerksmeister in Arheilgen ausübten?

Wo stehen heute noch Webstühle, von denen 1890 noch 2 im Dorf ratterten? Wie zahlreich ist einmal die örtliche Leinenweberzunft gewesen? Aber auch andere Werkstätten sucht man heute vergeblich im Ortsbild. Es gab drei Wagnereien, drei Schmiede und zwei Sattlergeschäfte. Ihr Verschwinden ist jedoch nicht verwunderlich, denn ihre hauptsächlichen Kunden, die ortsansässigen Landwirte, haben mit der Zeit bis auf wenige aufgegeben.

Noch zwei weitere Berufe, die sich im alten Buch fanden, sind in Arheilgen ausgestorben: die Müller und die Ziegler. 1890 war allerdings die Blütezeit dieser beiden schon vorbei. Aber es drehten sich damals noch in vier Müllereien die Räder und ebenso viele Schornsteine rauchten in Arheilger Ziegelhütten.

Eine dominierende Stellung hatte die Lebensmittelversorgung.

Dabei traten am wenigsten die Metzger in Erscheinung. Nur ein halbes Dutzend waren hier zu finden, und obendrein war bei vieren angefügt: „nicht selbst schlachtet“.

Diese kurze Bemerkung ist viel sagend. Jedermann – auch die „Kleinen Leute“ zogen ein Schwein oder auch mehrere auf. Die Hausschlachtung wurde von einem Metzger aus der Bekanntschaft erledigt. Das Fleisch wurde als Jahresvorrat in die Rauchkammer gehängt oder in Laken eingelegt. Frischfleich kam nur an Sonntagen auf den Tisch. Eine kostspielige Konzession umging die Hausschlachtung meist. Heute würden wir dies Nachbarschaftshilfe  oder „Schwarzarbeit“ nennen.

1890 gab es neun Bäckereien in dem 3.500 Seelen-Dorf.   

An den Wochenenden herrschte emsiges Treiben, wenn der Bäcker den gebrachten Teig „aufmachte“ oder wenn der große Kuchen auf den Kopf gesetzt und nach Hause getragen wurde. Das Backhandwerk ist in Darmstädter Land seit eh und je professionell betrieben worden. Backöfen gab es in den Häusern nicht. Die Grafen von Katzenellenbogen hatten sie schon früh wegen des großen Holzverbrauches verboten.

Die dritte Säule der Versorgung stellten die „Spezereiläden“ dar.

Der seltsame Name kommt vom Gewürzhandel. Meist wurden neben den Spezereien noch „Kurzwaren“ geführt, nützliche Dinge, Kleinigkeiten, die damals im Alltag gebraucht wurden. In zehn solcher „Gemischtwarenhandlungen“ ruhte in friedlicher Nachbarschaft vieles, von Heringen über Seife bis zu Stumpen und Kautabak eng beieinander.

Ein besonderes Schlaglicht auf die wirtschaftliche Lage in Arheilgen werfen die Konzessionen für den Alkoholausschank. Dabei ist nicht so sehr die Zahl der zehn geführten Gastwirte und „Bierzapfer“ auffällig, sondern die Menge von Zulassungen für den Verkauf von Flaschenbier und Spirituosen. Mancher erweiterte für eine solche Versorgung der Nachbarschaft, indem er die Wohnstube als Gastwirtschaft einräumte. 

Die letzte ihrer Art – hat leider vor über 15 Jahren geschlossen – viele von Ihnen kennen sicherlich noch den „Kühne Steppes“.

Es herrschte damals die viel beklagte Unsitte, dass die Männer nach der Arbeit gern die Kneipen aufsuchten, nicht selten, um die Arbeit zu Hause zu vergessen.

Noch eine andere Besonderheit ist nicht zu übersehen: das Arheilger Geschäftsleben war stark auf die Männergesellschaft eingestellt. Vier „Barbiere“ sorgten für die männliche Haarpflege. Die Frauen bedienten sich zu Hause selber mit Kamm, Bürste und Brennschere.

Noch deutlicher zeigte diese Bevorzugung der Männer ein anderer Beruf: der des Schneiders. Sieben Meister dieses Faches gewandeten die Arheilger Bürger. Natürlich waren es Herrenschneider. Die Frauen schneiderten für sich und die Mädchen die Kleider selber, oder sie holten sich eine „Näherin“ ins Haus. 

Eine wichtige Rolle spielten in der Bekleidungsbranche jener Zeit die Schuhmacher. Nicht weniger als fünfzehn Werkstätten gab es im Ort, um die getragenen Schuster zu „Riestern“, oder neues Schuhwerk anzupassen.

Nicht zu vergessen in der Palette der früheren Arheilger Geschäftswelt war die Berufsgruppe des Bauhandwerkes. Drei Maurermeister bauten den Arheilgern ihre Häuser. Selbsthilfe im Hausbau war unbekannt. Ganze Straßenzüge wurden damals in dem schnell wachsenden Dorf von den Maurerfirmen in kurzer Zeit hochgezogen. Käufer ließen nicht lange auf sich warten. 

So fanden auch fünf Weißbindergeschäfte stets genügend Arbeit und guten Verdienst, und die beiden Arheilger Dachdecker hatten sicher alle Hände voll zu tun. 

Die Inneneinrichtungen wurden von acht Schreinereien besorgt. Ihnen oblag auch die Glaserarbeit. Allerdings beschränkte sich bei ihnen viele Arbeiten auf Reparaturanliegen, wurden doch im neunzehnten Jahrhundert das Mobiliar üblicherweise durch mehrere Generationen benutzt.

Kaum jemand wird aber den im Jahre 1890 am stärksten vertretenen Berufszweig  in Arheilgen erraten.

Es waren die Hausierer. Nicht weniger als achtzehn Vertreter des konzessionierten Bauchladengewerbes hatten hier ihren Wohnsitz. Daneben verschwinden fast die übrigen ambulanten Händler, wie Viehaufkäufer, Getreidehändler oder Eierverkäuferinnen. 

Auch schon ein richtiges Industrieunternehmen stand 1890 in Arheilgen. Es war die „Nudelfabrik“ an der Chaussee nach Darmstadt.

Wenn man die Durchsicht der alten Buchseiten beendet hat, wird einem schon bewusst, welch ein Wandel der Gewerbeverein in den 125 Jahren seines Vereinsleben durchgemacht hat. 

Sicherlich war einer der Gründungszwecke des Zusammenschlusses um mit der Industrialisierung Schritt halten zu können. 

Natürlich waren die Aufgaben zur damaligen Zeit etwas anders gelagert als heute. Der Verein begann seine Arbeit mit der Gründung einer Sonntagszeichenschule – deshalb auch der Lehrer bei den 44 Gründungsmitgliedern. In dieser Schule wollte man den Nachwuchs aus dem Handwerk fördern und weiterbilden. Ganz im Sinne der Gemeindeverwaltung Arheilgen, die dies begrüßte und auch nach Kräften förderte. 

Wirtschaftsförderung ist keine Erfindung der Neuzeit – es gab sie damals schon, zumindest in Arheilgen. 

Im Winter 1906/07 wurde der Antrag gestellt im Sommer 1907 eine Lokale Gewerbeschau zu veranstalten. Die Ausstellung fand vom 31. August bis 2. September im Saal des Schwanen statt. Wahrscheinlich war dies die erste Gewerbeschau. 

Am 1. September wurde ein Eintritt von 20 Pfennig und am folgenden Tag von 10 Pfennig erhoben. Auch wurden 2.000 Lose für je 50 Pfennig verkauft. Die Ausstellung lieferte einen Gewinn von 16.217,01 Mark, welches als Fond zur Erbauung einer Gewerbeschule angelegt wurde. 

Die Klassen stiegen in den folgenden Jahren auf 4 an. Die großen Verdienste und offensichtlichen Erfolge, die der Gewerbeverein mit dieser Schule hatte, lassen sich daran abmessen, das der Gemeindevorstand seine Absicht bekundete, das Kirchenschulhaus in der damaligen Dieburger Straße dem Ortsgewerbeverein  zu übereignen. 

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges macht dieses Vorhaben leider zunichte.

In alten Protokollen kann man einige Anekdoten lesen.

Diese alten Protokolle wurden, ja man kann und muss heute sagen, aus der altdeutschen Schrift übersetzt. Hier einen besonderen Dank an Frau Ursula Luther für diese Arbeit.

Auszug aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 8. März 1894

„...der Vorsitzende gibt bekannt, dass die von der Darlehnskasse für Schüler der Handwerksschule zur weiteren Ausbildung 50 Mark eingegangen sind.

Zu 1. Wird ein Schreiben des Ortsgewerbevereins Darmstadt zur Kenntnis gebracht, wonach durch die Ortsgewerbevereine des Großherzogtums aus Anlass der Vermählung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig demselben seitens der Ortsvereine ein Geschenk darzubringen versucht werden soll.  

Zu 2. Der Vorstand beschließt, zu der Anschaffung eines Geschenkes für Seine Königliche Hoheit, Großherzog Ernst Ludwig den Betrag von 15 Mark zu bewilligen.“

Unter weiteres wurde vermerkt: „Das Vereinsmitglied Johanns Romig wurde wegen Nichtzahlung der Vereinsbeiträge aus dem Gewerbeverein ausgeschlossen.“

Vorstandsitzung vom 13. April 1899

„Tagesordnung: Vorlage des Ergebnisses der von der chemischen Versuchsanstalt Darmstadt unternommenen Untersuchungen des Wassers der sechs Brunnen.

1. Nach dieser Untersuchung und der darüber vorliegenden Tabellen ist das Wasser keines dieser sechs Brunnen gutes Trinkwasser, ja sogar wird bei einigen Brunnen vom Genuss desselben gewarnt.“

Hier noch ein sehr interessanter Auszug vom Protokoll der Vorstandsitzung vom 19. Februar 1912.

„Pkt. 2 es liegt eine Beschwerde seitens des Zeichenlehrer F. Göbel über folgende Schüler vor: Peter Lücker, Heinrich Müller, Heinrich  Waldhaus und Georg Büttner.“

Man beschloss ein Schreiben vom Vorstand unterschrieben, durch den Vereinsdiener, an die Eltern zu geben. 

Die Vorstandsmitglieder wurden ersucht, öfter an Sonntagen die Zeichenschule zu besuchen.

Selbstverständlich gab es auch damals schon einen Heiratsmarkt. Hier eine Anzeige aus dieser Zeit:

„Suche für meinen einzigen Sohn, Inhaber eines seit 20 Jahren bestehenden größeren Kaufhauses, ca. 200 Mille jährlichen Umsatz, nettes Fräulein mit Vermögen. Mein Sohn ist 27 Jahr alt, katholisch, blond nette Erscheinung, und wird auf hübsche, junge Dame mit Vermögen reflektieren; am liebsten kann Vorstellung im Bade erfolgen!“

Nach Ende des 1. Weltkrieges ging die Sonntagsschule als Gewerbeschule in den Besitz der Landes Hessen über. In den folgenden Jahren sah der Ortsgewerbeverein seine Hauptaufgabe in der Vorbereitung und Durchführung von Gesellen- und Meisterprüfungen, den erfolgreichen Abschluss, und die Verleihung der Gesellen- und Meisterbriefe.

Auch der Ortsgewerbeverein verfiel im 3. Reich der sogenannten „Gleichschaltung“.

Einige ältere Mitglieder, wie z.B. die Herren Emil Schäfer, Georg Büttner, Christian Vöglin und andere gaben den Anstoß zur Neugründung, sie galten als Hauptinitiatoren, für einen neuen Gewerbeverein.

Am 28. September 1949 wurde auf Veranlassung durch Amtmann J. Wolf die Arheilger Geschäftsleute zur Neugründung eines Ortsgewerbeverein aufgerufen. Leider war der erste Besuch nicht so wie mach sich das gewünscht, bzw. erhofft hatte. Von damals ca. 300 Handwerkern und Gewerbetreibenden waren nur 40 anwesend. 

Auf Initiative von Amtmann Wolf, der den Zweck und die Ziele einer Neugründung vortrug, unterzeichneten an diesem Abend sofort 37 Anwesende. Herr H. Storck, Kaufmann, Wilhelm Spengler, Elektromeister und Karl Andres II, Spenglermeister wurden zum vorläufigen Vorstand gewählt. 

Am 4. Oktober 1949, also nur 1 Woche später wurde zur ersten großen Sitzung des Neu gegründeten Ortsgewerbeverein eingeladen. Die Mitgliederzahl war innerhalb einer Woche von 37 auf 79 angestiegen.

Zum 1. Vorsitzenden wurde dann HerrPhilippRühl, Maurermeister gewählt. Als 2. Vorsitzender wurde Herr Heinrich  Anthes der 13. gewählt und als Schriftführer Herr Georg Merlau, Direktor der Vereinsbank Arheilgen.

An diesem Abend wurde ferner beschlossen,  dass eine Weihnachts-Gewerbeschau mit Tombola noch im gleichen Jahr stattfinden wird. Der Termin wurde auf den 26. November bis 4. Dezember 1949 festgelegt. Zusätzlich wurde für den 10. Dezember 1949 eine Modenschau mit Gründungsfeier vereinbart.  Die Schirmherrschaft wurde Herrn Oberbürgermeister Metzger angeboten. 

Ebenfalls wurde der Monatsbeitrag mit 1 DM festgelegt.   

Am 4. Dezember 1949 wurde beschlossen, dass zum 60-jährigen Jubiläum, im Jahre 1950,  eine große Gewerbeschau durchgeführt werden soll.  Zu diesem Termin sollten dann auch die Gesellenstücke der Herbstgesellenprüfung ausgestellt werden, verbunden mit einem Schaufensterwettbewerb.

Am 8. März 1950 wurde unter Anwesenheit aller Schreinermeister beschlossen, dass für den Ortsteil 16 Bänke ohne Arbeitslohn, nur die Materialkosten, vom Gewerbeverein in Höhe von ca. 25,00 DM gesponsert, übernommen werden.  

Am 3. November 1950 erschien das erste Probeblatt der Arheilger Zeitung.

In der Nachkriegszeit war es natürlich für das Handwerk sehr schwer. 

Ein Spruch der arbeitslosen Schreiner in der Nachkriegszeit verdeutlicht dies sehr „Wenn wir Arbeit kriegen, wieder Späne fliegen“,

Folgender Schriftzug, heute würden wir sicherlich Slogan sagen, zierte einmal einen Umzugswagen in Arheilgen:

„Ehre deutsches Volk und hüte, treulich Deinen Handwerksstand. Als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das deutsche Land.“

Der Grundgedanke des Gewerbeverein Arheilgen war stets, die heimische Wirtschaft zu fördern, gerechtfertigte Belange zu unterstützen und hier zum Wohle des ganzen Stadtteils beizutragen. Aus diesem Grunde wurden Mitglieder des Gewerbevereins auch politisch aktiv.

In den Jahren des Aufbaus war der Gewerbeverein Arheilgen, stetig bemüht auf Missstände und Probleme hinzuweisen und dies dem Magistrat der Stadt Darmstadt ständig vor Augen zu führen, schließlich wurde ja Arheilgen 1937 zwangseingemeindet.

Zu den Problemen zählten: örtlich Verkehrsfragen, Straßenherstellung, Verbesserungen für die Kanalisation, Müllabfuhr  und der gleichen. Viele Vorschläge, z.B. Gestaltung der Reitbahn, eine Bedürfnisanstalt und der gleichen mehr, scheiterten damals aufgrund der stets angespannten Finanzlage der Stadt Darmstadt.

Auch mit der Bundespost wurde Kontakt aufgenommen und eine wesentliche Verbesserung erzielt.

Hier einige Namen aus der Vergangenheit bis heute, von Persönlichkeiten des Gewerbeverein Arheilgen,  die diesen Stadtteil mit geprägt haben:

Bürgermeister Peter Benz der 9. – war Gründer und 1. Vors. vom 1. August 1890 bis 1895.

1895 bis 1920 Spenglermeister Johannes Benz, 1921 bis 1931 Tapeziermeister Heinrich Kunz, ab 1931 übernahm Phillip Rühl den Vorsitz.

Amtmann Wolf – Neugründung am 28. September 1949, Herr Phillip Rühl – 1. Vors. nach Neugründung Ende 1949 bis 1953, Herr Georg Merlau – 1. Vors. ab 1953 bis 1957, Walter Volz führte den Verein bis 1959, von 1959 bis 1965 hatte Karl Andres das Amt inne.

Karl Weigand war von 1965 bis 1980 Vorsitzender, 1973 kamen die ersten Frauen in den Vorstand – es waren Sigrun Büttner und Inge Fetten.

Bertold Becker trat 1980 an die Spitze des Vereins – den er bis 1985 führte. Unter seiner Ägide ging der Verein wieder neue Wege für Arheilgen.

Unvergessen sind seine „Oarhelljer Gespräche“, die immer brisante Themen zum Inhalt hatten.  Oder die Verkehrszählung Weiterstädter Straße – zum Industriegebiet – die Durchfahrt war ja vor vielen Jahren noch frei. Hier konnte Berthold Becker die hohe Anzahl der LKWs nachweisen.

Der Ehrenvorsitzende, Herr Karl-Heinz Dauber führte den Verein bis zum Jahr 2004, und prägte diesen Stadtteil mit. Unter seiner Führung wurde die Heag-Halle, seit 1983 von der Stadt Darmstadt angemietet, sehr intensiv genutzt. In seiner Amtszeit wurde das Konzept der Gewerbeschau umgestellt. Viele Gewerbeschauen, Weihnachts- und Ostermärkte sowie Oktoberfeste, Feste der Vereine usw. wurden mit der Arheilger Bevölkerung gefeiert. Karl-Heinz Dauber pflegte als einer der ersten und auf Dauer als der Unermüdlichste den Kontakt mit der Kreishandwerkerschaft – der Partnerstadt Freiberg. Er initiierte die Arheilger Weihnachtsbeleuchtung vor genau 25 Jahren.

Bernd Wiegmann war Vereinsvorsitzender von 2004 bis 2014. Bernd Wiegmann war in die Umgestaltung unseres Ortes im Zuge der „Neuen Wege für Arheilgen“ entscheidend eingebunden. Ebenso hat er in seiner Zeit als Gewerbevereinsvorsitzender alles dafür getan, dass der Vollversorger so entstand wie er sich heute präsentiert. Dies war ein absoluter Glücksfall für Arheilgen.

2014 veranstaltete der Gewerbeverein die 23. Gewerbeschau rund um den Goldnen Löwen. 

Der Gewerbeverein steht in Arheilgen für 88 Mitglieder (Stand 31.12.2014) und die sechs traditionellen Veranstaltungen, wie dem Ostermarkt, dem Entenrennen, dem Flohmarkt, dem Grenzgang, der Gewerbeschau sowie dem Weihnachtsmarkt.